ADHS im Zusammenhang mit Fluorid-Exposition: eine fragwürdige Studie

Veröffentlicht am 7. Juni 2017

Projekt
Methodik der Studie

52
5,2/10

Neutralität der Studie

25
2,5/10

Diese Studie assoziiert die ADHS-Prävalenz bei Kindern mit Fluorid-Exposition. Allerdings verhindern das Studiendesign und methodische Mängel, dass eine Kausalität angenommen werden kann.

Originaltitel: Exposure to fluoridated water and attention deficit hyperactivity disorder prevalence among children and adolescents in the United States: an ecological association
Autor: Ashley J Malin and Christine Till
DOI-Nummer: 10.1186/s12940-015-0003-1
Studie durchgeführt in: Vereinigtes Königreich.
Studie veröffentlich in: 2014.

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  • Analyse im Detail

    Diese Studie assoziiert die ADHS-Prävalenz bei Kindern mit Fluorid-Exposition. Allerdings verhindern das Studiendesign und methodische Mängel, dass eine Kausalität angenommen werden kann.

    Zunächst einmal handelt es sich bei der Studie um eine theoretische Studie. Sie nahmen Daten über Fluoridbelastung und Daten über ADHS und machten Vorhersagemodelle, die eine Korrelation zwischen den beiden Daten zeigen. Das Problem ist, dass durch dieses Studiendesign jedes Ergebnis eine Korrelation zeigt, jedoch keine Kausalität. Die Ursache der ADHS-Prävalenz kann Fluorid sein, könnte aber auch ein weiterer Faktor sein, der mit Fluorid kombiniert wird, ein weiterer Faktor, der sowohl die Fluorid-Exposition als auch die ADHS-Prävalenz verursacht oder nur eine zufällige Korrelation (wie die Abnahme der Storchpopulation und die menschliche Natalität in Europa zwischen 1950 und 2000).

    Die Autoren haben den sozioökonomischen Status angepasst, was richtig ist, aber sie haben keine anderen Variablen berücksichtigt. Sie erwähnen in der Einführung, dass ADHS entwickelt wird aufgrund von einer Interaktion zwischen genetischen und Umweltfaktoren. Zu diesen Umweltfaktoren gehören die pränatale und neonatale Exposition gegenüber Mangan, polychlorierten Biphenylen (PCB), Nikotin und Quecksilber, sowie die Exposition von Arsen, Lebensmittelzusatzstoffe und Lebensmittelfarben, Pestizide und Blei. Allerdings werden in dieser Studie keine davon berücksichtigt. Andere Faktoren könnten auch in die Studie aufgenommen worden sein, jedoch aber keine wie Fernseh- / Computer-Tageszeit, Sportpraktiken und so weiter ... Anpassung an andere Variablen erlaubt es, eine Teilnahme anderer Parameter auf das Ergebnis auszuschließen (oder einzubeziehen).

    Die ADHS-Diagnose basiert auf einer Telefon-Umfrage, bei der Eltern gefragt wurden, ob ein Gesundheits-Profi erwähnte, dass das Kind ADHS haben könnte. Die Zunahme dieser Variablen ist auch auf die Erhöhung der Kenntnisse der Gesundheitsexperten gegenüber der Krankheit zurückzuführen und hat nichts mit einer Fluorid-Exposition zu tun. Daher ist die Basis ihrer ganzen Anfangsdaten fragwürdig, somit auch eine Schlußfolgerung aufgrund dieser Daten.Es gibt vielleicht weiteres Material, welches miteinbezogen werden könnte, wie zB die Vorhersagemodelle oder die verwendeten statistischen Methoden. Allerdings sind die drei zuvor gemeldeten Probleme der Studie genug, um irgendwelche Schlussfolgerungen zu widerlegen, die dieser Artikel macht.

  • Methodik

    Verblindung: Nicht verblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Mehr als 1000
    Allokation: Nicht Randomisiert
    Interventionstyp: Beobachtungsstudie
    Multicenter: Nein
    Stichprobe: Breitgefächert oder repräsentativ
    Statistische Analyse: p-Wert niedriger als 0,001 um Unterschied zu zeigen oder höher als 0,2 um Übereinstimmung zu zeigen

  • Neutralität

    Geldgeber: Unabhängig
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Erklärung eines bestehenden Interessenkonflikts, Manipulation erkannt oder Manipulation berichtet
    Verblindung: Keine Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Kein zufälligkeit

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Jacques Ehret, MSc.

Chemoinformatiker, Helmholtz Zentrum München
jacques.ehret@tas-ev.org

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