Cannabidiol verbessert Lebensqualität von Parkinson-Patienten

Veröffentlicht am 15. April 2017

Methodik der Studie

61
6,1/10

Neutralität der Studie

95
9,5/10

21 Parkinson-Patienten ohne Demenz oder zusätzlicher psychischer Erkrankung erhielten täglich über 6 Wochen hinweg Placebos, 75 mg oder 300 mg Cannabidiol. Die Lebensqualität der Patienten, die Cannabidiol genommen hatten, konnte bedeutend verbessert werden, verglichen mit der Placebo-Gruppe.

Originaltitel: Effects of cannabidiol in the treatment of patients with Parkinson's disease: an exploratory double-blind trial.
Autor: Marcos Hortes N Chagas et al.
DOI-Nummer: 10.1177/0269881114550355
Studie durchgeführt in: Brasilien.
Studie veröffentlich in: 2014.

Für Patienten

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    21 Parkinson-Patienten ohne Demenz oder zusätzlicher psychischer Erkrankung erhielten täglich über 6 Wochen hinweg Placebos, 75 mg oder 300 mg Cannabidiol. Der Motor And General Symptoms Score (UPDRS) und die Lebensqualität (PDQ-39) wurden betrachtet. Mögliche neuroprotektive Effekte (BDNF und H(1)-MRS) wurden auch beurteilt.

    Diese Studie bestätigt keine Signifikanz der Besserung des UPDRS, des Plasma-BDNF-Levels oder des H(1)-MRS bei der Behandlungsgruppe, verglichen mit der Placebo-Gruppe. Eine signifikante Besserung konnte allerdings bei der Lebensqualität verzeichnet werden. Von Beginn bis Ende der Behandlung konnte der PDQ-39 durchschnittlich um 6,50 Punkte bei der Placebo-Gruppe, um 10 Punkte bei der Gruppe, die 75 mg Cannabidiol täglich erhielten und um 25,57 Punkte bei der Gruppe, die 300 mg Cannabidiol täglich erhielten. Mobilität, Aktivitäten des täglichen Lebens, emotionale Ausgeglichenheit und physikalischen Wohlbefinden waren die Parameter, die die meiste Verbesserung zeigten. Die Kognition wurde am wenigsten verbessert. Keine ernsthaften Nebenwirkungen wurden beobachtet.

    Die klinische Studie wurde an wenigen Probanden durchgeführt (7 pro Gruppe), wodurch Zufall eine Rolle spielen kann. Die durchschnittliche Lebensqualität der Probanden der unterschiedlichen Gruppen war zu Beginn der Studie unterschiedlich (Placebo-Gruppe 23,83±6,43 und Interventionsgruppen 47,14±23,63 und 47,29±26,27). Die Aussage zur Wirkstärke von Cannabidiol könnte anders sein, wenn die Lebensqualität der Probanden zu Beginn der Studie ähnlicher gewesen wäre. Studien zu diesem Thema mit mehr Probanden wären wünschenswert.

  • Methodik

    Verblindung: Doppelverblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Weniger als 20
    Allokation: Randomisiert
    Interventionstyp: Parallel
    Multicenter: Nein
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: p-Wert niedriger als 0,05 um Unterschied zu zeigen oder höher als 0,05 um Übereinstimmung zu zeigen

  • Neutralität

    Geldgeber: Unabhängig
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Eine zufällig

Fragen?
Jacques Ehret, MSc.

Chemoinformatiker, Helmholtz Zentrum München
jacques.ehret@tas-ev.org

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