Cannabidiol könnte behandlungsresistente Epilepsie reduzieren

Veröffentlicht am 27. September 2017

Projekt
Methodik der Studie

44
4,4/10

Neutralität der Studie

50
5/10

Patienten zwischen 1 und 30 Jahren, mit in der Kindheit beginnender behandlungsresistenter Epilepsie, erhielten oral Cannabidiol über 12 Wochen. Die mittlere monatliche Häufigkeit motorischer Anfälle verringerte sich im Vergleich zur Grundlinie und die Nebenwirkungen wurden von den Patienten gut akzeptiert. Diese Ergebnisse sind ermutigend, aber aufgrund der geringen Neutralität und Methodik, sind zur Bestätigung stärkere Studien erforderlich.

Originaltitel: Cannabidiol in patients with treatment-resistant epilepsy: an open-label interventional trial
Autor: Orrin Devinsky et al.
DOI-Nummer: 10.1016/S1474-4422(15)00379-8
Studie durchgeführt in: Vereinigte Staaten.
Studie veröffentlich in: 2016.

Für Patienten

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    214 Patienten zwischen 1 und 30 Jahren, mit in der Kindheit beginnender behandlungsresistenter Epilepsie (Dravet Syndrom, Lennox-Gastaut Syndrom, und weitere) wurden in diese Studie eingeschrieben. Sie erhielten oral Cannabidiol (99% reines ölbasiertes Cannabidiol, Epidiolex) von 2-5 mg / kg bis zur Unverträglichkeit oder einer maximalen Dosis 50 mg / kg pro Tag. Die Studie wurde über 12 Wochen durchgeführt.

    Zu Beginn der Studie (Grundlinie) betrug die mittlere monatliche Häufigkeit der motorischen Anfälle 30,0 (Interquartilsabstand von 11 bis 96). Es reduzierte sich über die 12-wöchige Behandlungsdauer auf 15,8 (5,6-57,6).
    Nebenwirkungen wurden bei 79% der Patienten innerhalb der Sicherheitsgruppe gemeldet. Am häufigsten traten Somnolenz (25%), verminderter Appetit (19%), Durchfall (19%), Ermüdung (13%) und Krämpfe (11%) auf. Bei 12% der Patienten wurden aufgrund der Behandlung schwerwiegende Nebenwirkungen beobachtet, am häufigsten Status epilepticus (6%). Ein Todesfall trat ohne Bezug zur Behandlung auf.

    Die Ergebnisse dieser Studie sind ermutigend. Allerdings hat diese Studie aufgrund ihrer Gestaltung eine schlechte Methodik und Neutralität. Für die Bestätigung dieser Ergebnisse sind stärkere klinische Studien erforderlich. Der Artikel erklärt, dass solche Studien im Gange sind.

  • Methodik

    Verblindung: Nicht verblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Mehr als 100
    Allokation: Nicht Randomisiert
    Interventionstyp: Einzelgruppe
    Multicenter: Ja
    Stichprobe: Breitgefächert oder repräsentativ
    Statistische Analyse: Einfacher Vergleich von Werten oder Fehlern

  • Neutralität

    Geldgeber: Pharmaindustrie
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Keine Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Kein zufälligkeit

Fragen?
Jacques Ehret, MSc.

Chemoinformatiker, Helmholtz Zentrum München
jacques.ehret@tas-ev.org

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