Cannabinoide wirksam gegen Schmerz bei Krebspatienten

Veröffentlicht am 12. Mai 2017

Methodik der Studie

71
7,1/10

Neutralität der Studie

70
7/10

Patienten mit Krebsschmerzen, denen Opioide nicht ausreichend halfen, bekamen Sativex® (THC und Cannabidiol), Dronabinol (THC) oder ein Placebo. Sativex® konnte den Schmerz bedeutend reduzieren.

Für Patienten

Diese Analyse kann Ihrem behandelnden Arzt helfen, Medikamente und Wirkstoffe besser einzuschätzen.

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    Patienten mit Krebsschmerz, bei denen Opioide keine ausreichend analgetische Wirkung zeigten, bekamen während 2 Wochen Sativex® (2,7 mg THC mit 2,5 mg Cannabidiol, höchstens 48 mal innerhalb von 24 Stunden), Dronabinol (2,7 mg THC, höchstens 48 mal innerhalb von 24 Stunden), oder Placebos. Gemessen wurden Schmerzen, Schlafqualität und Übelkeit mithilfe der NRS (Numerical Rating Scale).

    Das Resultat zeigte, dass Sativex® im Vergleich zur Placebo-Gruppe Schmerzen signifikant verbesserte (um 30%). Dronabinol zeigte hier keine signifikante Verbesserung des mittleren Schmerzscores, im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Weiterhin zeigte keine Behandlungsgruppe eine eindeutig signifikante Verbesserung der Übelkeit oder der Schlafqualität.

    Um solidere Resultate zu erzielen, bedarf es mehr Probanden, doch die Effekte bezüglich der Schmerzen sind eindeutig. Es ist anzumerken, dass hier nur Patienten behandelt wurden, bei denen Opioide nicht ausreichten. Anhand dieser Studie können folglich nur Rückschlüsse auf diese Patientengruppe gezogen werden. Diese Studie ist dennoch bedeutend stärker als uns bekannte Studien, die zeigen, dass THC/CBD keine Verbesserung von Schmerzen bei Krebspatienten bewirkt. Deshalb sollte dieser Studie mehr Vertrauen entgegen gebracht werden.

  • Methodik

    Verblindung: Doppelverblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Mehr als 40
    Allokation: Randomisiert
    Interventionstyp: Parallel
    Multicenter: Ja
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: p-Wert niedriger als 0,05 um Unterschied zu zeigen oder höher als 0,05 um Übereinstimmung zu zeigen

  • Neutralität

    Geldgeber: Pharmaindustrie
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Eine zufällig

Fragen?
Jacques Ehret, MSc.

Chemoinformatiker, Helmholtz Zentrum München
jacques.ehret@tas-ev.org

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Medikament

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