Cannabis könnte Chemotherapie-verursachte Übelkeit und Erbrechen reduzieren

Veröffentlicht am 27. September 2017

Methodik der Studie

62
6,2/10

Neutralität der Studie

95
9,5/10

14 Patienten, die unter durch Chemotherapie verursachte Übelkeit und Erbrechen (CINV) litten, erhielten Cannabinoide oder ein Placebo in Form eines Oromucosal-Sprays. Das Resultat war, dass Patienten durch die Cannabinoide weniger unter Übelkeit und Erbrechen litten als die Patienten der Placebogruppe. Bei 86% der Patienten, die Cannabinoide erhielten, kam es zu mindestens einer Nebenwirkung. In der Placebogruppe geschah das bei 67%. Die Resultate sind ermutigend, doch eine Studie mit mehr Teilnehmern sollte durchgeführt werden und kann zuverlässigere Ergebnisse liefern.

Originaltitel: Preliminary efficacy and safety of an oromucosal standardized cannabis extract in chemotherapy-induced nausea and vomiting
Autor: Marta Duran et al.
DOI-Nummer: 10.1111/j.1365-2125.2010.03743.x
Studie durchgeführt in: Spanien.
Studie veröffentlich in: 2010.

Für Patienten

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    14 Patienten, die unter durch Chemotherapie verursachte Übelkeit und Erbrechen (CINV) litten, erhielten Cannabinoide oder ein Placebo in Form eines Oromucosal-Sprays. Das Spray mit Cannabinoiden enthielt 2,7 mg THC und 2,5 mg CBD. Patienten durften das Spray bis zu 8 mal täglich benutzen.

    Die Resultate zeigten, dass die Patienten der Behandlungsgruppe weniger unter Nausea und Erbrechen litten. 71% litten nicht unter verzögertem Erbrechen und 57% litten nicht unter verzögerter Übelkeit. In der Placebogruppe litten 22% nicht unter verzögertem Erbrechen oder verzögerter Übelkeit. Ein Patient brach die Behandlung ab, weil Angst, Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen und Verwirrung auftraten. Bei 86% der Behandlungsgruppe und bei 67% Placebogruppe zeigte sich mindestens eine Nebenwirkung.

    Obwohl die Unterschiede bezüglich des verzögerten Erbrechens und der verzögerten Übelkeit zwischen Behandlungsgruppe und Placebogruppe groß erschienen, sind sie wegen der kleinen Probandenzahl nicht signifikant. Die Resultate sind ermutigend, müssten aber von größeren Studien bestätigt werden.

  • Methodik

    Verblindung: Doppelverblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Weniger als 20
    Allokation: Randomisiert
    Interventionstyp: Parallel
    Multicenter: Ja
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: Einfacher Vergleich von Werten oder Fehlern

  • Neutralität

    Geldgeber: Unabhängig
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Eine zufällig

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Jacques Ehret, MSc.

Chemoinformatiker, Helmholtz Zentrum München
jacques.ehret@tas-ev.org

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