Dipyrone als wirksame Ergänzung zu Morphin bei Turmorschmerzen

Veröffentlicht am 11. Februar 2017

Methodik der Studie

56
5,6/10

Neutralität der Studie

95
9,5/10

Analyse einer Crossover-Studie, die zeigt, dass 500 mg Dipyron eine wirksame Ergänzung zu 10 mg oralem Morphin bei Patienten mit Tumorschmerzen sein kann. Die Schmerzlinderung von Dipyron führte zu einer bedeutsamen Verbesserung des Schmerz-Scores im Vergleich zu Placebo.

Originaltitel: Adjunct dipyrone in association with oral morphine for cancer-related pain: the sooner the better.
Autor: Souza et al.
DOI-Nummer: 10.1007/s00520-007-0327-7
Studie durchgeführt in: Brasilien.
Studie veröffentlich in: 2007.

Für Patienten

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    Souza et al. (2007) dokumentieren eine klinische Studie mit 34 Tumorschmerz Patienten, die zusätzlich zu 10 mg oralem Morphin entweder 500 mg Dipyron oder ein Placebo erhielten. Die Behandlungsgruppen erhielten alle 6 Stunden entweder 500 mg Dipyron oder ein Placebo und alle 4 Stunden 10 mg Morphin. Die Patienten wechselten die Behandlungen alle 48 Stunden unter Beibehaltung der Dosis von Morphin.
    Primärer Endpunkt der Studie waren die Schmerzen, gemessen mit einer visuellen Analogskala (VAS). Die Dipyron-Gruppe erreichte höhere VAS Scores im Vergleich zu Placebo. 85% der Patienten bevorzugten auch die Dipyronbehandlung, dies stellte sich nach Abschluss der Studie in Interviews heraus. Interessanterweise stellen die Autoren fest, dass Dipyron auch nach dem Umstieg auf das Placebo eine schmerzlindernde Wirkung von 96 Stunden nach der Behandlung ausübt, was aufgrund der 2-3-stündigen Halbwertszeit von Dipyron und seinen Metaboliten überraschend ist. Zu den Einschränkungen dieser Studie zählen die kleine Stichprobengröße und das Single-Center-Design.

    Interestingly, the authors note that dipyrone appears to exert an analgesic effect 96 hours post-treatment even after switching to placebo, a result which is surprising due to the 2-3 hour half-life of dipyrone and its metabolites. One of the limitations of this study include its small sample size and single-centre design.

  • Methodik

    Verblindung: Doppelverblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Weniger als 20
    Allokation: Randomisiert
    Interventionstyp: Cross-over
    Multicenter: Nein
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: p-Wert niedriger als 0,001 um Unterschied zu zeigen oder höher als 0,2 um Übereinstimmung zu zeigen

  • Neutralität

    Geldgeber: Unabhängig
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Eine zufällig

Fragen?
Matthew Schenk, MSc.

Toxikologe, Charité – Universitätsmedizin Berlin
matt.schenk@tas-ev.org

Weiterführende Analysen:

Wirkstoffe

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