Keine Besserung der Lebensqualität durch Bestrahlung von Gehirnmetastasen

Veröffentlicht am 29. Mai 2017

Methodik der Studie

71
7,1/10

Neutralität der Studie

95
9,5/10

In dieser Studie mit 538 Patienten mit Gehirnmetastasen wurde eine optimal unterstützende Behandlung, mit Dexamethason, mit einer Behandlung mit zusätzlicher Bestrahlung des ganzen Gehirns verglichen. Beide Behandlungen erreichten eine ähnliche und geringe Verbesserung der Lebensqualität für die Patienten.

Für Patienten

Diese Analyse kann Ihrem behandelnden Arzt helfen, Medikamente und Wirkstoffe besser einzuschätzen.

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    538 Patienten mit Gehirnmetastasen von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs nahmen an einer Vergleichsstudie teil, in der es darum ging herauszufinden, ob eine zur Palliativversorgung zusätzliche Bestrahlung die Lebensqualität der Patienten steigern kann. Die Studie wurde unter dem Namen "Quality of Life after Treatment for Brain Metastases (QUARTZ) Study" veröffentlicht. In dieser Studie erhielten die Patienten entweder eine optimal unterstützende Behandlung, mit Dexamethason, alleine oder in Kombination mit einer Bestrahlung des gesamten Gehirns (WBRT).

    Das Ergebnis von Interesse waren qualitätsadjustierte Lebensjahre, die anhand von Überleben und anhand eines wöchentlichen EQ-5D Fragenkataloges bestimmt wurden. Während bei den beiden Behandlungsgruppen kein signifikanter Unterschied bezüglich schwerwiegender Zwischenfälle festgestellt wurde, zeigten Patienten der Bestrahlungsgruppe mehr Haarverlust, Übelkeit, Schläfrigkeit und eine juckende Kopfhaut. Beide Behandlungsgruppen zeigten insgesamt ein vergleichbares Überleben und eine vergleichbare Lebensqualität, wobei die Bestrahlung einen sehr geringen klinischen Nutzen zeigte.

    Zu den stärken der Studie gehören das Multicenter-Design und die Stichprobengröße. Eine Limitierung der Aussagekraft der Studie ist durch die fehlende Verblindung gegeben, die aber aus ethischen Gründen nicht vertretbar gewesen wäre.

  • Methodik

    Verblindung: Nicht verblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Mehr als 250
    Allokation: Randomisiert
    Interventionstyp: Parallel
    Multicenter: Ja
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: p-Wert niedriger als 0,05 um Unterschied zu zeigen oder höher als 0,05 um Übereinstimmung zu zeigen

  • Neutralität

    Geldgeber: Unabhängig
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Eine zufällig

Fragen?
Matthew Schenk, MSc.

Toxikologe, Charité – Universitätsmedizin Berlin
matt.schenk@tas-ev.org

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