Manipulierte Studie: Keine Schutz vor Karies durch Fluorid

Veröffentlicht am 6. Juni 2017

Methodik der Studie

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Neutralität der Studie

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Diese Studie vergleicht die Zahngesundheit bei Kindern in der 2./3. und der 8./9. Klasse, in den Jahren 1993/1994 und 1996/1997 in Gemeinden in Canada mit fluoridiertem und nicht fluoridiertem Wasser. Die Autoren schließen darauf, dass die Fluoridierung des Wassers keinen Einfluss auf die Zahngesundheit hat. Unser Team konnte eindeutige Fehler in der Schlussfolgerung feststellen.

Originaltitel: Patterns of dental caries following the cessation of water fluoridation.
Autor: Gerardo Maupomé et al.
DOI-Nummer: 10.1034/j.1600-0528.2001.00007.x
Studie durchgeführt in: Canada.
Studie veröffentlich in: 2001.

Für Patienten

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    Diese Studie erfasst und vergleicht die Zahngesundheit bei Kindern in der 2./3. und der 8./9. Klasse, in den Jahren 1993/1994 und 1996/1997, in Gemeinden in Canada, bei denen die Wasserfluoridierung gestoppt wurde und Gemeinden, bei denen dem Wasser Fluorid zugesetzt wird.
    Sie weisen darauf hin, dass die Prävalenz von Karies im Laufe der Zeit in der Gemeinde, in der die Fluoridierung beendet wurde, sank, aber unverändert blieb in der fluoridierten Gemeinde. Die Anzahl der Zahnoberflächen mit Füllung und der Karies-Inzidenz variierten nicht. An beiden Standorten erhöhte sich die Anzahl der Versiegelungen.

    Die Aussagekraft der Studie ist dadurch begrenzt, dass es eine Beobachtungsstudie ist. Das bedeutet, dass es u.a. keine Placebo-Gruppe gibt und hier speziell, dass es in beiden Gruppen weiterhin eine übliche Fluoridzufuhr gab, in Form von Zahncreme usw.

    Die Wissenschaftler des TAS e.V. haben mehr relevante Ergebnisse, als im Abstract werden, entdeckt. Die Studie fand 14 Monate und 50 Monate nach Beendigung der Wasserfluoridierung statt.
    Als die Studie begonnen hatte, hatten die Kinder aus der Zone ohne fluoridiertes Wasser (seit 14 Monaten) signifikant schlechtere Zahngesundheit als die anderen: Veränderter, verfaulter, fehlender und gefüllter Zahnoberflächenindex (D1D2MFS) bei 1,29 (±2,10) im Vergleich zu 0,37 (±1.11) für die Kinder die die 2. / 3. Klassebesuchen. Gefüllte Oberflächen bei 0,41 im Vergleich zu 0,20. Dabei gab es ähnliche Trends für die Kinder der 8. / 9. Klasse.
    Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass nach Abklingen der Fluoridierung die Karieshäufigkeit weiter sinkt. Sie schließen auch darauf, dass es subtile Unterschiede in den Erfahrungen in Bezug auf Karies und Kariesbehandlung zwischen den Kindern aus fluoridierten und fluoridierungsbeendeten Bereichen gibt. Wir sind jedoch der Auffassung, dass diese Schlussfolgerung falsch ist.

    Zu Beginn waren der Mittelwert und die Standardabweichung mindestens zweimal niedriger in der fluoridierten Umgebung betreffend die verwendeten Gesundheitsindizes, während die Gemeinden eine vergleichbare Situation aufweisen (gleiche Region im Industriestaat mit leichtem Zugang zu zahnärztlichen Einrichtungen und Bildungsprogrammen für Zahngesundheit).
    Da die Studie 14 Monate nach dem Ende der Fluoridierung begonnen hat, denken wir, dass der Unterschied, der durch die Grundwasserfluoridierung gebracht wurde, bereits zuvor stattgefunden hat. Die beobachtete Abnahme der Karies-Level könnte dann im Zusammenhang mit einer erhöhten zahnärztlichen Versorgung und steigender Bildung und wachsendem Wissen über Zahngesundheit zu erklären sein.

    Wenn es tatsächlich der Fall ist und die Lücke auf die 14-Monats-Differenz zurückzuführen ist, dann sprechen die Daten für die Bedeutung der Fluoridierung des Grundwassers. 

  • Methodik

    Verblindung: Nicht verblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Mehr als 1000
    Allokation: Nicht Randomisiert
    Interventionstyp: Beobachtungsstudie
    Multicenter: Nein
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: Einfacher Vergleich von Werten oder Fehlern

  • Neutralität

    Geldgeber: Unabhängig
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Erklärung eines bestehenden Interessenkonflikts, Manipulation erkannt oder Manipulation berichtet
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Kein zufälligkeit

Fragen?
Jacques Ehret, MSc.

Chemoinformatiker, Helmholtz Zentrum München
jacques.ehret@tas-ev.org

Weiterführende Analysen:

Medikament

Wirkstoffe

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