Morphin besser geeignet als sublingual verabreichtes Fentanyl bei Tumorschmerzen

Veröffentlicht am 7. Dezember 2017

Methodik der Studie

60
6/10

Neutralität der Studie

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7/10

114 Probanden mit Krebsschmerzen wurden mit 100 μg sublingual verabreichtem Fentanyl oder 5 mg subkutanem Morphin gegen ihre Schmerzen behandelt. Die Probanden bevorzugten den sublingualen Verabreichungsweg, jedoch zeigte Morphin eine bessere analgetische Wirksamkeit im Vergleich zu Fentanyl.

Für Patienten

Diese Analyse kann Ihrem behandelnden Arzt helfen, Medikamente und Wirkstoffe besser einzuschätzen.

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail
    114 Patienten mit Krebsschmerzen erhielten entweder 100 μg Fentanyl (sublingual) oder 5 mg  Morphin (subkutan) gegen ihre Schmerzen. Die durchschnittliche Schmerzintensität wurde unter Verwendung einer numerischen Bewertungsskala dreimal (10, 20 und 30 Minuten) nach der Arzneimittelverabreichung geschätzt. Die Probanden bevorzugten den sublingualen Verabreichungsweg, aber Fentanyl zeigte im Vergleich zu Morphin eine schlechtere analgetische Wirksamkeit (51% vs. 37%; Risikodifferenz, -13%, 95% CI, -30% bis 3%). Basierend auf diesen Ergebnissen kann Fentanyl eine etwas unterlegene Option zu Morphin für die Behandlung von Krebsschmerzen darstellen.
    Einschränkungen dieser Studie sind das Single-Center-Design, die kleine Stichprobengröße und der einfache statistische Vergleich der Ergebnisse. Eine Placebo-Gruppe wurde nicht eingeschlossen aufgrund der ethischen Implikationen, der Zurückhaltung der entscheidenden Behandlung für leidende Probanden.
  • Methodik

    Verblindung: Doppelverblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Mehr als 40
    Allokation: Randomisiert
    Interventionstyp: Parallel
    Multicenter: Nein
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: Einfacher Vergleich von Werten oder Fehlern

  • Neutralität

    Geldgeber: Pharmaindustrie
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Eine zufällig

Fragen?
Matthew Schenk, MSc.

Toxikologe, Charité – Universitätsmedizin Berlin
matt.schenk@tas-ev.org

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