Natriumlaurylsulfat nutzlos für die Zahngesundheit

Veröffentlicht am 6. Juni 2017

Methodik der Studie

65
6,5/10

Neutralität der Studie

85
8,5/10

Diese Studie untersucht den therapeutischen Nutzen von Natriumlaurylsulfat in Zahncremes bei jungen Erwachsenen mit mittlerer Zahnfleischentzündung. Dabei benutzt eine Gruppe Zahncreme mit Natriumlaurylsulfat und eine Gruppe Zahncreme ohne Natriumlaurylsulfat. Die Gruppe mit Natriumlaurylsulfat zeigte gegenüber der anderen Gruppe keinen Vorteil bezüglich bakterieller Plaques oder Zahnfleischentzündungen. Natriumlaurylsulfat scheint keinen therapeutischen Nutzen für die Zahngesundheit zu haben und sollte wegen der gesundheitlichen Nebenwirkungen nicht in Zahncremes enthalten sein.

Originaltitel: The effectiveness of dentifrices without and with sodium lauryl sulfate on plaque, gingivitis and gingival abrasion--a randomized clinical trial.
Autor: S. Sälzer et a.
DOI-Nummer: 10.1007/s00784-015-1535-z
Studie durchgeführt in: The Netherlands.
Studie veröffentlich in: 2016.

Für Patienten

Diese Analyse kann Ihrem behandelnden Arzt helfen, Medikamente und Wirkstoffe besser einzuschätzen.

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Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    Diese klinische Studie untersucht den therapeutischen Nutzen von Natriumlaurylsulfat (SLS) bei Erwachsenen (18 bis 34 jährig) mit moderater Gingivitis. Die Behandlungsgruppe benutze Zahncreme mit Natriumlaurylsulfat, die Kontrollgruppe ohne Natriumlaurylsulfat, stattdessen mit Stearylethoxylat. Die Ergebnisse von Interesse bezogen sich auf Zahnfleischbluten (BOMP), Abrasio dentium, Plaque Scores, Beurteilung des Geschmacks, Frischegefühl und schäumender Effekt. Es gab keinen Unterschied bezüglich der Zahnfleischblutungen und der Plaques. Es ist anzumerken, dass SLS und ähnliche Zusatzstoffe keine Rolle bei der Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen und Plaques spielen. Dennoch zeigte der VAS Score, dass Probanden die Anwendbarkeit der Zahncreme mit SLS, wegen des schäumenden Verhaltens, bevorzugten.

    Die Studie ist dadurch begrenzt, dass ihr Design single-Center und mit wenigen Probanden durchgeführt wurde. Die Stärken der Studie liegen in der Doppelverblindung und im Paralleldesign.

  • Methodik

    Verblindung: Doppelverblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Mehr als 40
    Allokation: Randomisiert
    Interventionstyp: Parallel
    Multicenter: Nein
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: p-Wert niedriger als 0,05 um Unterschied zu zeigen oder höher als 0,05 um Übereinstimmung zu zeigen

  • Neutralität

    Geldgeber: Derzeit unabhängig, zuvor abhängig
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Eine zufällig

Fragen?
Matthew Schenk, MSc.

Toxikologe, Charité – Universitätsmedizin Berlin
matt.schenk@tas-ev.org

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