Palliativer Sauerstoff ineffektiv bei Atemnot (Dyspnoe)

Veröffentlicht am 14. November 2017

Methodik der Studie

75
7,5/10

Neutralität der Studie

85
8,5/10

Analyse einer klinischen Studie, die zeigt, dass die palliative Sauerstofftherapie für die Entlastung von Dyspnoe bei Patienten mit lebensbegrenzenden Krankheiten nicht wirksam ist. Sauerstoff, der über eine Nasenkanüle verabreicht wurde, führte zu keiner ausreichenden Erleichterung der mittleren Morgen- oder Abend-Atemnot.

Originaltitel: Effect of palliative oxygen versus room air in relief of breathlessness in patients with refractory dyspnoea: a double-blind, randomised controlled trial
Autor: Amy P. Abernethy et al.
DOI-Nummer: 10.1016/S0140-6736(10)61115-4
Studie durchgeführt in: Australia, USA and UK.
Studie veröffentlich in: 2010.

Für Patienten

Diese Analyse kann Ihrem behandelnden Arzt helfen, Medikamente und Wirkstoffe besser einzuschätzen.

Analyse als PDF
Details zur Studie
  • Analyse im Detail

    In dieser Studie erhielten 239 Patienten mit lebensbegrenzender Erkrankung (z.B. Krebs, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und refraktärer Dyspnoe, entweder eine Palliativ-Sauerstoff-Therapie, die über eine Nasenkanüle zu Hause durchgeführt wurde, oder Raumluft als Placebo-Gruppe, über einen Zeitraum von 7 Tagen. Das wichtigste Ergebnis der Studie war die Atemnot, die zweimal täglich beurteilt wurde: jeden Morgen und Abend, gemessen mit einer 0-10 numerischen Bewertungsskala. Patienten, die eine palliative Sauerstofftherapie erhielten, zeigten keine signifikante Verbesserung der mittleren Morgenatmung im Vergleich zur Raumluftgruppe (-0,9 vs. -0,7 Punkte). Bei der Beurteilung der mittleren Atemnot in der Behandlungsgruppe (-0,3 Punkte) im Vergleich zu Placebo (-0,5 Punkte) wurde ein ähnlich unbedeutender Unterschied festgestellt. Es wurden keine Nebenwirkungen festgestellt. Dementsprechend unterstützt diese Studie nicht den Nutzen einer palliativen Sauerstofftherapie (über Nasenkanüle) bei der Behandlung von refraktärer Dyspnoe.

    Allerdings hat diese Studie mehrere Einschränkungen. Zum Beispiel war die genaue Zeit von "morgens" und "abends" nicht dokumentiert, noch war die Zeit der Sauerstoffnutzung angegeben. Dies war anscheinend ein Versuch, um Stress für die Patienten zu reduzieren. Darüber hinaus sind Faktoren wie die Dauer der Studie, die Vielfalt der Erkrankungen der Patienten, die Einschluss- und Ausschlusskriterien für die Probenahme von Patienten und die Patientenentnahme aus der Studie, nicht relevant für eine Sauerstofftherapie bei Patienten, die nicht länger als einen Monat überleben sollen.

  • Methodik

    Verblindung: Doppelverblindet
    Merkmalsträger: Mensch
    Probandenanzahl: Mehr als 100
    Allokation: Randomisiert
    Interventionstyp: Parallel
    Multicenter: Ja
    Stichprobe: Weder breitgefächerte, noch repräsentative Zielgruppenpopulation
    Statistische Analyse: p-Wert niedriger als 0,05 um Unterschied zu zeigen oder höher als 0,05 um Übereinstimmung zu zeigen

  • Neutralität

    Geldgeber: Derzeit unabhängig, zuvor abhängig
    Übereinstimmung von Studienergebnissen und Schlussfolgerung: Keine Manipulation
    Verblindung: Doppelverblindet oder keine Verblindung, aus ethischen Gründen oder fehlender Möglichkeit der Verblindung
    Stichprobe und Allokation: Eine zufällig

Fragen?
Matthew Schenk, MSc.

Toxikologe, Charité – Universitätsmedizin Berlin
matt.schenk@tas-ev.org

Weiterführende Analysen:

Medikament

Wirkstoffe

Fachgebiete

Krankheitsbild

Zurück zur Übersicht